| Hintergrundbericht Biermarkt Berlin / Brandenburg
Berlin, 05. Juni 2003. Die wirtschaftliche Gesamtleistung, das Bruttoinlandsprodukt, hat sich 2002 gegenüber dem Vorjahr in Berlin um real 0,6 Prozent verringert. Schon 2001 war mit einem minus von 0,8 Prozent ein deutlicher Abwärtstrend zu erkennen. Dagegen legte das Wirtschaftswachstum in Deutschland in 2002 um 0,2 Prozent (0,6 Prozent) zu. "Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen sowie die privaten Konsumausgaben liegen in der Region niedriger als im Bundesdurchschnitt", so Jochen Schmitt, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb der Berliner-Schultheiss-Brauerei. "Das bekommen Handel und Gastronomie deutlich zu spüren." Die Lage im Berliner Einzelhandel ist mit einem Umsatzrückgang von real minus 7,4 Prozent deutlich angespannt. Im Berliner Gastgewerbe blieb der Umsatz um 10,4 Prozent unter dem des Jahres 2001.
Bundesweit ging der Bierdurst der Deutschen im ersten Quartal 2003 weiter zurück, bis zum 31. März wurden 21,8 Millionen hl abgesetzt, 9,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Entgegen dem Bundestrend konnte die Region Berlin/Brandenburg jedoch einen Zuwachs von 1,6 Prozent verbuchen.
Berliner-Schultheiss-Brauerei entwickelt sich positiv
Die Talsohle im seit Jahren rückläufigen Biermarkt ist nach Ansicht von Jochen Schmitt noch nicht erreicht. Dennoch schätzt die Berliner-Schultheiss-Brauerei die Zukunft positiv ein. Die vor Jahren eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen sind weitgehend abgeschlossen. Diese Maßnahmen und die überdurchschnittliche Absatzentwicklung der Marke Berliner Pilsner haben bewirkt, dass die Brauerei nach sehr verlustreichen Jahren im Geschäftsjahr 2001 den Turn-around geschafft hat. 2002 konnte das wirtschaftliche Ergebnis nochmals deutlich verbessert werden.
Für 2003 strebt das Unternehmen eine Umsatzrendite von 5 Prozent an. Damit hat sich die Brauerei im Konzernverbund von Brau und Brunnen vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger entwickelt.
Zum 31. Dezember 2002 beschäftigte die Berliner-Schultheiss-Brauerei 316 Mitarbeiter und 22 Auszubildende. Die im Verbund zusammenarbeitende Spree-Trans Getränke Logistik GmbH beschäftigt 122 Mitarbeiter im Bereich Lager- und Distributionslogistik. Mit rund 1,4 Millionen Hektolitern hält die Berliner-Schultheiss-Brauerei einen Anteil von 18,6 Prozent am Gesamtbierabsatz (ohne Industriegeschäft) der Muttergesellschaft Brau und Brunnen AG (Dortmund) von 7,169 Millionen Hektolitern in 2002.
Investitionen
Durch Investitionen in Sachanlagen und Technik konnte die Berliner-Schultheiss-Brauerei ihre Position weiter stärken. Insgesamt wurden in 2002 rund 6,1 Millionen Euro investiert.
Berliner Pilsner - erfolgreich in der Gastronomie
Das Erscheinungsbild der Marke Berliner Pilsner wurde vor 3 Jahren grundlegend neu gestaltet, die Marke selbst neu positioniert. Seitdem entwickelt sich die "Hauptstadtmarke" erfolgreich gegen den Trend und konnte auch 2002 um 0,7 Prozent zulegen. In 2001 betrug der Ausstoß noch 660.000 Hektoliter. "Besonders stolz macht uns, dass die Marke im deutlich rückläufigen Fassbiergeschäft im vergangenen Jahr um 15,5 Prozent zulegen konnte", so Jochen Schmitt. Im Bereich der Gastronomie sehe er trotz aller Schwierigkeiten des Marktes auch weiterhin großes Potential für die Marke Berliner Pilsner. Insgesamt ist Berliner Pilsner mit einem Marktanteil von rund 12,9 Prozent bereits heute Marktführer in der Region Berlin/Brandenburg. In Ostdeutschland (einschließlich Berlin) ist die Marke mit einem Marktanteil von 5 Prozent inzwischen die Nummer 3.
Traditionsmarke Schultheiss ist die Nummer 3 in Berlin
Die Berliner Traditionsmarke Schultheiss Pilsener konnte zwar das Vorjahresergebnis nicht halten, behauptete aber mit einem Marktanteil von 8 Prozent ihren Platz als Nummer 3 in Berlin.
Ausblick 2003
Die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr wird auch weiterhin durch ein konjunkturell bedingtes zurückhaltendes Verbraucherverhalten, einen unverändert harten Verdrängungswettbewerb und - nicht zuletzt - durch die Auswirkungen der Zwangspfandregelung erheblich belastet.
Pflichtpfand auf Einwegverpackungen belastet den Markt
Das gegen den Widerstand großer Teile des Handels und der Industrie zum 01.01.2003 durchgesetzte Pflichtpfand führt zu einer weiteren Verschärfung der angespannten Situation auf dem deutschen Biermarkt. Im ersten Quartal 2003 wurden national nur noch 21,8 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das waren 2,2 Millionen Hektoliter oder 9,1 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Inzwischen geht die Branche davon aus, dass insbesondere in Folge der Zwangspfandregelung der Bierabsatz um 5 bis 8 Prozent einbrechen wird. Weitere Kurzarbeit und auch Stellenabbau werden die unvermeidbare Folge sein.
Neue Mehrwegverpackungen
Die Pfandpflicht für Einwegverpackungen hat auch bei der Berliner-Schultheiss-Brauerei zu einer Absatzverschiebung in Richtung Mehrweg geführt. Per Ende Mai 2003 belief sich der Absatzrückgang bei Einweg-Flaschen und Dosen auf 70 Prozent. Die Mehrweg-Gebinde entwickelten sich bei Berliner Pilsner und Schultheiss-Pilsener überdurchschnittlich positiv. Die Zuwächse im laufenden Jahr belaufen sich auf 36 Prozent beziehungsweise 60 Prozent.
"Das ist zwar grundsätzlich Folge der Zwangspfandregelung, zugleich aber auch Ausdruck einer hohen Markenloyalität bei beiden Bieren", so Jochen Schmitt. Die Sonderstellung von Berliner Pilsner wird auch daran deutlich, dass die Marke bis Ende Mai 2003 nur 1,5 Prozent eingebüsst hat, während laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden der Gesamtmarkt zweistellig verliert. Das heißt, dass es der Marke Berliner Pilsner voraussichtlich gelingen wird, die erheblichen Einbußen im Einwegbereich durch die Mehrweg-zuwächse kompensieren zu können.
Vor dem Hintergrund der erheblichen Veränderung der Gebindeanteile hat die Berliner-Schultheiss-Brauerei eine Mehrweg-Offensive gestartet. In Kürze werden für die Marken Berliner Pilsner und Schultheiss 6 x 0,33 l-Mehrweg-Packungen eingeführt und im Sommer 2003 für weitere Bierspezialitäten.
Kommunikationsmaßnahmen
Die klassische Kommunikation der Berliner-Schultheiss-Brauerei wird auch weiterhin von attraktiven Verkaufsförderungsaktionen im Handel und von Sponsoringmaßnahmen aktiv unterstützt. So ist z. B. Berliner Pilsner exklusiver Bierpartner des "total verrückten" Restaurant-Theaters Pomp Duck & Circumstance, des Berliner Gauklerfestes sowie der Ostssefestspiele. Im Sport sorgt Berliner Pilsner als Sponsor der Eisbären Berlin und des 1. FC Union für vitale Markenpräsenz. Das gilt auch für das Deutsche Traber Derby in Mariendorf sowie das Schultheiss 6-Tage-Rennen in der Berlin-Arena.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Berliner-Schultheiss-Brauerei gut auf Kurs ist. Das gilt für die Entwicklung des wirtschaftlichen Ergebnisses wie auch für die Marktchancen der Kernmarken des Unternehmens. Schlüsselaufgaben für die kommenden Jahre bleiben weiterhin konsequente Markenpolitik, straffes Kostenmanagement und aktive Kundenorientierung. Für alle unternehmerischen Aktivitäten gilt auch künftig die Maxime "Ertrag geht vor Menge"
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